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Die Propstei Kaliningrad wartet auf ausländische Gäste

Daria Nedbaj und die Kaliningrader "Auferstehungskirche". Beide Aufnahmen von Yoder am 17 Nov. 2021.

 

Daria Nedbaj ist die neue Gemeindesekretärin


K a l i n i n g r a d -- Die charmanten Dolmetscherinnen der Propstei Kaliningrad aus den Jahren um 2000 leben heute anderweitig – doch nun erfreut sich die Propstei einer würdigen Nachfolgerin. Daria Nedbaj hat die gleiche Berufserfahrung; schließlich diente sie von 2000 bis 2006 im Raum Krasnojarsk/Zentralsibirien als Dolmetscherin und Sachbearbeiterin, davon drei Jahre für den deutschen Pfarrer Rudolf Blümcke. Doch Blümcke war ihr nicht nur ein Vorgesetzter: „Er hat mir sehr viel über den Glauben beigebracht – auch sogar über die Erziehung von Kindern,“ versichert sie. „Er hat mich und meinen Mann konfirmiert und auch 2003 unsere Tochter getauft.“ Seit 2005 dient Blümcke nun als Pfarrer in Norddeutschland.

 

Bei Reisen durch Mittelsibirien hat Daria die Begegnung mit Lutheranern (vor allem Lutheranerinnen) aus der sowjetischen Zeit besonders gefallen. „Die alten Leute hatten noch ihre handgeschriebenen Predigt- und Liederbücher. Wir begannen auch immer mit dem Lied: ‚Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind’. Das waren wichtige Erfahrungen für mich.“

 

Der Umgang mit Menschen ist noch heute ihre Stärke. Sie empfängt Besucher, die mehr über das Luthertum erfahren möchten, darunter viele Touristen, die sich einfach für die Architektur des Gebäudes interessieren und schöne Fotos machen wollen. Neben dem Geschäftlichen gibt es auch zahlreiche Anrufe von Trauerenden, Hilfesuchenden und Glaubensinteressierten – oftmals mit wenig Ahnung vom Luthertum. „Manchmal wird Martin Luther mit Martin Luther King verwechselt,“ schmunzelt sie. Sie wünscht sich aber mehr Anrufe aus Deutschland.

Das Biographische
Daria Nedbaj hat 1998 ihr Studium an der Universität Krasnojarsk abgeschlossen; ihre Hauptfächer waren Deutsch und Englisch. Nach ihrem kirchlichen Dienst arbeitete sie dann acht Jahre in der internationalen Abteilung der dortigen Stadtverwaltung. Doch 2016 mußte die Familie nach Nowosibirsk umziehen: Ihr Ehemann Wladimir, der ebenfalls Germanist ist, war zum Leiter der Sprachabteilung des Goethe-Instituts in der Stadt ernannt worden. In Nowosibirsk arbeitete Daria in der Visa-Abteilung des deutschen Generalkonsulats. Weder  Wladimir noch Daria verstehen sich als deutschstämmig.

 

Im Juni 2020 wagte die Familie dann den weiten Sprung nach Kaliningrad. Wladimir ist weiterhin im Rahmen der deutschen Kulturpflege engagiert und hat sein Büro in dem Haus, das die Deutschen lange das „Deutsch-Russische Haus“ genannt haben – Jaltinskaja 2a. Sehr bald nach dem Umzug nahm Daria die Arbeitsstelle in der Propstei als Nachfolgerin von Maria Wekesser an. Wie ebenfalls der Sohn des Propstes Sergej Holzwert, befindet sich die 18-jährige Tochter des Paares im Anfangsjahr eines Studiums an der Kant-Universität. Sie studiert Bauwesen; der 23-jährige Sohn studiert Lebensmitteltechnik in Krasnojarsk.

 

Daria und der Propst sind unter derselben Telefonnummer zu erreichen: (007-4012) 956 001. Eine öffentliche Whatsapp-Nummer gibt es nicht. Die eMail-Anschrift lautet: „propstei_klg(at)mail.ru“. Das Gemeindebüro ist Montag bis Freitag von 8:30 bis 17:30 Uhr besetzt.

 

Alle Freunde aus Deutschland sind zum Gottesdienst sonntags um 11 Uhr eingeladen; schließlich sind Flüge für Touristen nach Moskau und Petersburg (mit Weiterflug nach Kaliningrad) bereits zugelassen. Man sollte sich bei einem guten Reisebüro erkundigen.

 

Weitere Informationen aus der Propstei

Igor Ronge, Propst bis September 2021, wird weiterhin im Dienst der Propstei Kaliningrad stehen. Es ist vorgesehen, daß er am 13. Dezember 2021 seinen neuen Dienst antritt. Er soll mehrere kleine Gemeinden im Gebiet betreuen. 

 

Lena Kurmyschowa, die Pastorin in Bolschaja Poljana, war mehrere Wochen im Monat November krank und mußte zweimal ins Krankenhaus. Nun ist zu erwarten, daß sie in der Adventszeit ihren Dienst wieder voll aufnehmen kann.

 

Dr.phil. William Yoder
Berlin, den 7. Dezember 2021

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